Gesetzliche Erbfolge nach dem Recht von Florida

Gesetzliche Erbfolge nach dem Recht von Florida

Die gesetzliche Erbfolge nach dem Recht von Florida ist in CHAPTER 732, Part I der Florida Statutes (Fla.Stat.) geregelt. Nicht zu verwechseln ist die gesetzliche Erbfolge mit den nicht entziehbaren Rechten des Ehegatten zu verwechseln.

Eintritt der gesetzlichen Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge tritt im Hinblick auf den Anteil des Nachlasses (estate) ein, über welchen nicht wirksam verfügt wurde, Fla.Stat. § 732.101. Vermögensgegenstände, die außerhalb des Nachlasses übergehen, folgen hingegen anderen Regeln. 

Gesetzliche Erben und ihre Anteile

Gesetzliche Erben sind der Ehegatte und die Verwandten. 

Gesetzliches Erbrecht des überlebenden Ehegatten

Der überlebende Ehegatte hat einen Anspruch auf den gesetzlichen Erbteil. Zum Nachweis einer gültigen Ehe ist eine Urkunde über die Eheschließung (marriage license) vorzulegen. Kann eine Eheurkunde nicht vorgelegt werden, kann die Eheschließung durch einen Eid von zwei Trauzeugen erbracht werden.

Gewohnheitsehen (common law marriage) konnten in Florida bis 1968 eingegangen werden (hierzu musst das Paar den Willen zu heiraten haben, zusammen leben und sich als Eheleute verstehen). Gewohnheitsehen nach dem Recht eines anderen US-Bundesstaates oder nicht US-Staaten werden in Florida anerkannt, wenn sie nach dem Recht des Staates wirksam sind.

Endet die Ehe durch Scheidung, gibt es kein gesetzliches Erbrecht. Vor Rechtskraft des Scheidungsurteils bleibt es aber beim gesetzlichen Erbrecht des Ehegatten. Eine Trennung, gleich von welcher Länge, ist für das gesetzliche Erbrecht nicht erheblich.

Hat der Erblasser keine Abkömmlinge, so erbt nach Fla.Stat. § 732.102(1) der überlebende Ehegatte allein.

Gibt es Abkömmlinge, welche auch Abkömmlinge des überlebenden Ehegatten sind, erhält der überlebende Ehegatte vorab USD 60.000,--Fla. Stat. §732.102(2). Darüber hinaus erhält der überlebende Ehegatte ½ des Restbetrags. Gibt es Abkömmlinge des Erblassers, von denen zumindest eines nicht von dem überlebenden Ehegatten abstammt, erhält der überlebende Ehegatte ½ des Nachlasses und der Rest wird zwischen den Abkömmlingen verteilt (Erben nach Stämmen).

Gesetzliche Erbrecht der anderen Erben

Der Erbteil, den nicht der überlebende Ehegatte erhält, geht auf die direkten Abkömmlinge des Erblasser über.

Wenn es keine direkten Abkömmlinge gibt, geht der Anteil am Nachlass auf den Vater und die Mutter des Erblassers zu gleichen Teilen oder einen überlebenden von ihnen über. 

Gibt es keine der vorgehenden Personen, fällt der Nachlassteil, der nicht dem Ehegatten gebührt, auf die Brüder und Schwestern des Erblassers und deren Abkömmlinge.

Gibt es auch keine Geschwister des Erblassers, wird der Nachlass zwischen den Verwandten väterlicherseits und den Verwandten mütterlicherseits geteilt. Dabei wird in folgender Reihenfolge geerbt: 

  • Großvater und Großmutter zu gleichen Teilen oder dem Überlebenden von ihnen.
  • Sind keine Großeltern vorhanden, die Onkel und Tanten und deren Abkömmlinge.
  • Gibt es keine Verwandten der mütterlichen Seite oder der väterlichen Seite, geht der Anteil auf die anderen Seite über, wobei obige Reihenfolge zu beachten ist. 

Verteilung an die gesetzlichen Erben

Nach Zahlung der Schulden des Nachlasses und Vorlage des Rechenschaftsberichts verteilt der Nachlassabwickler den Restnachlass an die gesetzlichen Erben.  

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